"Fotografie hat für mich viel mit Sehen, Geduld und dem richtigen Augenblick zu tun."
Geprägt hat mich dabei ganz besonders die Zeit der Analogfotografie. Damals hatte ein Film 36 Aufnahmen. Und jede einzelne davon war kostbar. Im Schwarz-Weiß-Labor habe ich den Film entwickelt und die Bilder anschließend selbst vergrößert. Das Ergebnis war beim Fotografieren nicht sofort sichtbar. Man konnte nicht einfach auf das Display schauen und entscheiden, ob das Bild gelungen war.
Man lernte deshalb, bewusst zu fotografieren.
Bevor ich den Auslöser drückte, musste ich mir Gedanken über Bildaufbau, Ausschnitt, Licht und Belichtung machen. Vor allem aber musste ich den richtigen Augenblick erkennen. Für ein Motiv gab es nicht zehn, zwanzig oder fünfzig Versuche. Es gab dieses eine Bild.
Diese Haltung begleitet mich bis heute.
Auch die Bildbesprechungen im Foto Forum Lübeck haben meinen fotografischen Blick geprägt. Der Austausch mit anderen Fotografen, unterschiedliche Sichtweisen und die gemeinsame Auseinandersetzung mit Bildern haben mir immer wieder gezeigt, dass Fotografie weit mehr ist als das reine Festhalten eines Motivs.
"Meine Bildsprache ist reduziert, ruhig und erzählerisch."
Heute fotografiere ich digital und habe damit natürlich ganz andere Möglichkeiten. Trotzdem versuche ich, nicht einfach möglichst viele Aufnahmen zu machen. Ich möchte ein Motiv zunächst sehen, seine Stimmung erfassen und den Augenblick finden, in dem alles zusammenpasst.
Gute Bilder entstehen nicht auf Knopfdruck.
Sie brauchen Geduld, Zeit und das richtige Licht. Es gibt Tage, an denen kein Foto entsteht. Und genau das gehört für mich dazu.
Ich bin viel unterwegs auf der Suche nach dem einen Bild, das mehr zeigt als das Offensichtliche: ein Mee(h)rBild.
Oft begleitet mich der Seekadett (Ja, so nennen wir unseren Borderterrier Henry. Wie es zu diesem besonderen Kosenamen kam, ist in der Themengalerie SAILING - MEE(H)R ALS MEER zu lesen).
Gerade unterwegs entstehen viele meiner Mee(h)rBlicke. Am Strand, an der Nordermole, am Brodtener Ufer, im Hafen oder draußen auf der Ostsee. Aber auch bei Reisen an interessante Küsten in Nord- und Südeuropa.
Die weißen Schwedenfähren gehören für mich seit vielen Jahren genauso zum maritimen Gesicht Travemündes wie die Nordermole, der Priwall oder die Lübecker Bucht. Aus der fotografischen Begleitung dieser besonderen Momente ist mit der Zeit auch eine persönliche Verbindung zu TT-Line entstanden.
So sind über die Jahre einzigartige Momente entstanden. Mit besonderen Lichtstimmungen, Sonnenaufgängen, Booten und Schiffe, Begegnungen und die Weite des Meeres. Meine Mee(h)rBlicke sind deshalb keine Sammlung möglichst vieler Bilder. Sie sind eine Sammlung von Augenblicken, die mir etwas bedeuten.
Vielleicht ist das die wichtigste Prägung aus meiner Zeit mit der analogen Fotografie: Nicht mehr fotografieren, sondern mehr sehen.
Und genau darum geht es bei meinen Mee(h)rBlicken.
"Entscheidend ist der Blick. nicht die Kamera."